ROUGH CUTS Festival – in play with von und mit Kristina Veit und Volker Staub

REHEARSED AT / ERARBEITET IM  Z

in play with

concept and performance: Kristina Veit / Volker Staub, light design: Jochen Göpfert

 duration 35min

The interest of our collaboration is the approach towards the artistic field

of one another. What types of interactions on stage are results of this?

Which intersections and relations between us arise?

 
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ROUGH CUTS Festival – Herbordt/Mohren Das Stueck (Intervention) 45Min

Herbordt/Mohren

Das Stueck (Intervention)  45Min

Das Stueck (Intervention) von HerbordtMohren, www.die-institution.org © Elisa Roessler

Photo by Elisa Roessler

Das Stueck gründet und dokumentiert eine fiktive Institution. In unterschiedlichen Formaten für ZuschauerInnen und eine Publikation wird Das Stueck aufgeführt:

Die Audio-Inszenierung Das Stueck (Intervention) verwebt Erfahrungen des Lesens, Beobachtens und Hörens. Ausgestattet mit Kopfhörern, Mp3-Playern und Publikation fahnden die ZuschauerInnen nach den Spuren einer nur vorgestellten Institution und werden zu deren eigentlichen ProtagonistInnen: in einem Theater, auf einem öffentlichen Platz oder zwischengenutzten Wohnraum. Die Grenzen zwischen dem, was war und dem, was sein wird, verschwimmen.
Das Versprechen eines anderen gesellschaftlichen Zusammenhangs, das Modell einer Institution, die integriert, was ausgeschlossen war und doch vorübergehend bleiben muss, um nicht selbst wieder autoritär zu werden, steht im Zentrum von Das Stueck und der temporären Institution. Ob es diese bereits vor langer Zeit gab, irgendwann einmal geben wird oder sich die Realisierung allein in ihrer Proklamation erschöpft, bleibt (noch) offen.
www.die-institution.org

Das Stueck ist eine Produktion von Herbordt/Mohren, gefördert durch den Landesverband Freier Theater Baden-Württemberg e.V. aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und durch den Fonds Darstellende Künste e.V., mit freundlicher Unterstützung durch die Akademie Schloss Solitude, das Künstlerhaus Stuttgart und die Junge Akademie an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina.

Konzept, Text, Ton: Melanie Mohren und Bernhard Herbordt. Grafische Gestaltung: Demian Bern. Mitarbeit und Lektorat: Viola van Beek. Technik/Programmierung: René Liebert. 
 

 Melanie Mohren (*1979) und Bernhard Herbordt (*1978) absolvierten 2005 ihr Studium am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in Giessen. Seit 2000 entstehen gemeinsame interdisziplinäre Arbeiten im Grenzbereich der darstellenden Künste: ihre Raum- und Klanginstallationen, ihre Hörstücke, Performances, (Musik-) Theaterarbeiten und inszenierten Ausstellungsprojekte werden international in unterschiedlichen Kontexten, Festivals, Galerien, Theatern und Radiosendern produziert und präsentiert. Mit der Reihe ‚Alles was ich habe‘ verfolgen sie seit 2010 Fragen künstlerischer Archive, verarbeiten sie in Formaten zwischen Ausstellung und Theater und präsentierten die bisher fünf Episoden weltweit. 2008-2010 waren Herbordt/Mohren StipendiatInnen der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart, 2010/11 Artists in Residence beim new media center_kuda.org in Novi Sad, 2011 beim Künstlerhaus 1Shanthiroad und dem Goethe Institut in Bangalore. 2011-2016 sind Herbordt/Mohren MitgliederInnen der Jungen Akademie an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina und 2012 StipendiatInnen am Künstlerhaus Stuttgart.

www.die-institution.org
www.vimeo.com/herbordtmohren
  

 

Diese Veranstaltung wird ermöglicht durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ im Rahmen der Gastspielförderung Theater aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur- und Kunstministerien der Länder.

 

 

 

ROUGH CUTS Festival – Egg Charade by Aoife McAtamney and Nina Vallon

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Welcome to the world of Peggy & Peggy. Guessing games, intriguing situations and a healthy dose of irony are served up in this road movie-inspired performance. Egg Charade confronts some of the difficulties and pressures young women can face when deciding whether to have a baby. Intimate and revealing, this duet combines lightness and intense physical effort with a wry sense of humour.

Contains nudity (and bowling).

“Original and impactful” Irish Theatre Magazine on Softer Swells & Empty Echo

Concept|choreography|performance_Aoife McAtamney and Nina Vallon

Technical direction|Light|sound design_Niels Lanz

Producer_Richard Wakely

Documentation_Anatoli Nat Skatchkov, Ragunath V and Luis Diaz

Dramaturgical advisor_Mareike Uhl

Production assistants_Orla Shine and Judith Köneke

Flyer and poster design_ Anatoli Nat Skatchkov and Nina Vallon

Short films by_Terry O’Leary, Anatoli Nat Skatchkov and Niels Lanz

Website design_Nina Vallon

Teaser_ Aoife McAtamney and Nina Vallon

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ALTANA Kulturstiftung – Train the Trainer workshop

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WORKSHOP IM Z

ALTANA Kulturstiftung gGmbH

2. bis 6. Oktober 2012 Train-the-Trainer

1.   Projekttitel: Train-the-Trainer

2.   Namen der Beteiligten: Die ALTANA Kulturstiftung veranstaltete einen einwöchigen Weiterbildungsworkshop. Die Workshopleitung hatten Jan Hendrickse, Stephen Langridge, Fiona MacBeth und Stephen Plaice inne, die im Bereich Education tätig sind.

3.   Kurzbeschreibung: Thema der einwöchigen Veranstaltung war die interdisziplinäre Zusammenarbeit bei kulturellen Bildungsprojekten in Schulen. Der Workshop richtete sich an Künstler und Kunstpädagogen aus den Bereichen Bildende Kunst, Literatur und Schauspiel, Tanz und Musik. Neben Vorträgen zum Thema und gemeinsamen Diskussionsrunden, wurden verschiedene Techniken vermittelt und in Zusammenarbeit mit Schülern der Bettinaschule Frankfurt erprobt.

24. Januar 2013 KulturTagJahr – Interdisziplinärer Tag „Kunst und Literatur“

1.Projekttitel: KulturTagJahr – Interdisziplinärer Tag „Kunst und Literatur“

2.   Namen der Beteiligten: Der von der ALTANA Kulturstiftung veranstaltete KulturTag im

Rahmen eines einjährigen Kulturprojektes an der IGS Nordend in Frankfurt wurde vom Autor Matthias Göritz, der Bühnenbildnerin Petra Straß, den Schauspielern des SchauspielFrankfurt Michael Benthin und Christian Bo Salle, der Schauspielerin Franziska Geyer sowie den Bildenden Künstlern Dana Zeisberger, Pili Madariaga, Thomas Kohl und Saskia Niehaus geleitet.

3. Kurzbeschreibung: Das Format für Kulturelle Bildung KulturTagJahr ist eine künstlerische Entdeckungsreise von Schülern in die Natur. Im Laufe des KulturTagJahres kommen professionelle zeitgenössische Künstler – Bildende Künstler, Musiker, Tänzer, Schriftsteller und Schauspieler – einmal in der Woche in die Schule, um mit einem gesamten Jahrgang von Schülern musikalisch, gestalterisch, tänzerisch und literarisch zu arbeiten. Am Interdisziplinären Tag „Kunst und Literatur“ haben Literaten, Schauspieler und Bildende Künstler gemeinsam mit 100 Schülern der IGS Nordend in Frankfurt künstlerisch mit verschiedenen Techniken und Materialen die Themen „Hell und Dunkel“, „Drinnen und Draußen“ bearbeitet.

Das interdisziplinäre Format für kulturelle Bildung KulturTagJahr konzipiert ermöglicht die ALTANA Kulturstiftung gemeinsam mit der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, dem Hessischen Kultusministerium, der Internationalen Ensemble Modern Akademie, der Forsythe Company, dem Schauspiel Frankfurt, der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main und dem English Theatre (nur Bettinaschule) im Schuljahr 2012/13 an den folgenden Schulen in Frankfurt IGS Nordend, Bettinaschule, Charles-Hallgarten-Schule sowie in Bad Homburg an der Hölderlin-Schule und der Grundschule in Reifenberg.

Meine drei Großmütter – Lecture von & mit Meret Kiderlen & Andreas Mihan

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Meine drei Großmütter – Lecture

Archiv der flüchtigen Dinge #4

von & mit Meret Kiderlen & Andreas Mihan

 Bild Nr.1 Bild Nr.2 Flyerbild

Was haben meine Großmütter gemacht, als sie so alt waren wie ich? Die eine drillte eine Gruppe Deutscher Mädels auf Gleichschritt, die Andere lebte als jüdische Emigrantin in Ecuador und die Dritte wurde die Rote Ilse genannt – oder etwa nicht? Und bin ich deswegen so, wie ich bin?

Meret Kiderlen steht vor der Kamera und erzählt die Lebensgeschichten ihrer Großmütter, die sie mit ihrer eigenen verknüpft. Sie erinnert sich an Erinnerungen, an eigene, an fremde und an erfundene. Die eingespielten brüchigen Tonspuren der an Demenz erkrankten Großmutter laufen dabei genauso ins Leere wie Versuche der Performerin die Familienerinnerungen zu dokumentieren. Es endet im Chaos. Oder in entropischer Harmonie?

Die Lecture Performance untersucht mit hintersinnigem Witz das Verhältnis zwischen den Generationen, die Konstruktion von familiärer und persönlicher Identität und fragt nach Möglichkeiten des theatralen Umgangs mit Demenz.

Meine drei Großmütter – Lecture. Archiv der flüchtigen Dinge #4 entstand aus Meret Kiderlens Master-Inszenierung am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft (#3) und ist wie diese Teil des fortlaufenden kollektiven Projekts Archiv der flüchtigen Dinge.

Die Lecture Performance ist in zwei Teile aufgebaut: Der 1. Teil besteht aus dem Versuch des Vortrags, der 2. Teil aus der performativen Befragung des Publikums.

Wenn es uns in der Lecture Performance um Erinnerungen und deren Brüchigkeit und das damit verbundene (Mit)Leiden geht, dann arbeiten wir auch auf der Inszenierungsebene mit Brüchen und Wiederholungen, die für Irritation, konkretes nicht repräsentatives Mitleid und Sinnesschärfung beim Zuschauer sorgen. Was das heißen soll, werden Sie selbst erfahren!

Siehe Video:  http://archivderfluechtigendinge.net/projekte/3-meine-drei-grosmutter-lecture/

Meine drei Großmütter – Lecture. Archiv der flüchtigen Dinge #4 entstand aus Meret Kiderlens Master-Inszenierung am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft (#3) und ist wie diese Teil des fortlaufenden kollektiven Projekts Archiv der flüchtigen Dinge. Bei der Master-Inszenierung standen vier Theaterkünstler verschiedener Disziplinen auf der Bühne und bearbeiteten mit ihrem jeweiligen Handwerk (Schauspiel, Bühnenbild, Choreographie, Sound) die Erinnerungen von und an Meret Kiderlens Großmütter, um sie sich radikal zu eigen zu machen. Schon in dieser Arbeit ging es um das Erinnern und dessen performatives Potential. Für die Lecture Performance von Andreas Mihan und Meret Kiderlen steht nur Meret Kiderlen selbst auf der Bühne, wobei die Auseinandersetzung mit dem Erinnern, dessen Konstruktion und dessen Verlust stärker auf das Publikum übertragen wird. 

Übergreifendes Projekt: Archiv der flüchtigen Dinge

 Das Archiv der flüchtigen Dinge ist selbst flüchtig, nur um anderorts wieder neuaufgebaut zu werden – in anderen Formen und Farben, Tönen und Klängen. Ziel dieses theatralen Archivs ist es Flüchtiges zu archivieren ohne es festzuhalten. Das bedeutet ständige Bewegung und Weiterentwicklung.

Die einzelnen Teile des fortlaufenden Theaterprojekt entsteht mit einem wechselnden Ensemble, das eng mit dem Institut für Angewandte Theaterwissenschaft Gießen verbunden ist und in unterschiedlichen Konstellationen seit 2009 zusammenarbeitet. Formal spielt das Archiv der flüchtigen Dinge mit den Grenzen zwischen Performance, Schauspiel, Lecture und Installation und sucht für jedes Projekt nach eigenen interdisziplinären Theaterformen. Aus der filmischen Skizze des Archivs der flüchtigen Dinge #1 (Gießen Mai 2011) wurde Skizze #2, eine performative Installation (UT Connewitz September 2011), daraus Meine drei Großmütter. Archiv der flüchtigen Dinge #3, eine Performance (Landungsbrücken Frankfurt Juli 2012), und daraus jetzt die Lecture Performance, Meine drei Großmütter – Lecture. Archiv der flüchtigen Dinge #4 (HU Berlin & historisches museum frankfurt November 2012).

Das Ensemble versteht seine Arbeit als eine Form der Welt gegenüberzutreten und gesellschaftspolitisch zu handeln. Auf der Makroebene glauben wir, dass eine Gesellschaft ideologisch erstarrt, wenn sie sich auf eine Interpretation und Darstellung der Dinge festlegt. Nur mit der Möglichkeit zur Debatte kann eine Gemeinschaft sich neu entwerfen und verendet nicht in despotischer Repression.

Auf unsere Bühnenarbeit übertragen heißt das, nicht bloß darstellen und repräsentieren. Wir bilden einen performativen Rahmen, innerhalb dessen mit den Dokumenten so umgegangen wird, dass die Anwesenden das Phänomen eher erfahren als betrachten und sich selbst positionieren müssen.

Siehe auch: www.archivderfluechtigendinge.net

Beteiligte an der Lecture Performance

Meret Kiderlen (*1983, Frankfurt a. M.) konzipiert, führt Regie und performt für das Archiv der flüchtigen Dinge. Sie studierte zunächst in Valencia, Leipzig, Mendoza und Buenos Aires. Während ihres Masters am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen entstanden die ersten Aufbauten des Archivs der flüchtigen Dinge. Im Sommer 2012 entwickelte sie im Anschluss daran bei Prof. Heiner Goebbels ihre Abschlussinszenierung Meine drei Großmütter. Archiv der flüchtigen Dinge #3. Sie hospitierte und assistierte u.a. bei Viviane De Muynck / Schauspielhaus Hamburg, Vivi Tellas / Teatro Sarmiento Buenos Aires, Bettina Wind und Alexandra Ferreira / Mounsonturm Frankfurt und derzeit bei Clemens Bechtel / Bürgerbühne (Staatsschauspiels Dresden). 2012 performte sie bei Claudia Bosse in Burning Beast / Frankfurter Kunstverein. Seit 2006 zeigt Meret Kiderlen eigene Theater- und Performanceprojekte – an Bühnen (LOFFT Leipzig, Waggonhalle Marburg, Landungsbrücken Frankfurt u.a.) und außerhalb des Theaters (Staatsbibliothek Berlin, historisches museum frankfurt, aber auch: Fabrikgelände Energieversorgung Offenbach, Leipziger Wohnhaus oder Giessener insolventer Bettenladen). Gemeinsam mit Carolina Defossé und BiNeural-Monokultur entwickelt sie seit 2009 zwischen Argentinien und Deutschland die Virtual Performances, theatrales Labor zu Skype (bisher eingeladen zu: Argentinischen Filmtagen Leipzig 2009, ATT / LOFFT 2009, Katalanischen Künstlerresidenz Nau Côclea, Festival Internacional de Teatro Mercosur 2012). Für 2013 ist sie zu dem Junge Regie Festival El Porvenir nach Buenos Aires eingeladen.

Andreas Mihan arbeitet an der Schnittstelle von Performance, Medienkunst und Programmierung und ist als Regisseur, Videokünstler und Lichtdesigner tätig.

Aktuelle Projekte sind Don Juan am Hessischen Landestheater Marburg (gemeinsam mit René Liebert Lichtdesign), Homburg : Apocalypse an der bühne der TU Dresden (Regie, Premiere 22. Oktober 2011), WOYZECK ÜBERSCHREIBEN am Theaterdiscounter Berlin (Licht, Premiere 23. März 2012) und ORPHEUS am Stadttheater Gießen (Regie, Premiere 29. September 2012). Er studierte Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen und lebt und arbeitet in Dresden und im Rhein-Main-Gebiet.

First Life – ein Melodram by Verena Billinger & Sebastian Schulz

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Konzept und Performance: Verena Billinger & Sebastian Schulz * Mitarbeit: Arnita Jaunsubrēna, Iva Sveshtarova * Musik: Markus Mehr * Licht: Katharina Stephan

In First Life – ein Melodram beschäftigen wir uns mit realen und fiktiven Beziehungen, mit Liebe, Schmerzen und Gesellschaft. Obwohl in letzterer recht häufig über Gefühle gesprochen wird, einigt man sich gerne darauf, dass Emotionen zwar wichtig seien, man aber wegen der aktuellen Liaison nicht hysterisch werden solle, dass alles relativ sei. Seltener sagt jemand: „Für mich ist eine glückliche Beziehung das Einzige, das zählt.“ Wir loten den eingeschränkten Verhandlungsspielraum aus und spielen mit der Nähe zum Publikum. Dabei widmen wir uns dem so unrealistischen und naiven wie zugleich legitimen Anspruch der Gefühle auf einen glücklichen Ausgang von Geschichten, die eigentlich, zum Beispiel weil besagte Gefühle sich geändert haben, bereits zu Ende sind.

 

Gefördert durch Kulturamt Frankfurt, Kulturamt Gießen und die HTA. Mit freundlicher Unterstützung des Residenzprogramms PACT Zollverein in Essen. First Life – ein Melodram ist eine Kooperation zwischen Verena Billinger und Sebastian Schulz, Künstlerhaus Mousonturm und Institut für Angewandte Theaterwissenschaft Gießen im Rahmen der Hessischen Theaterakademie.

Presse

Es geht um Liebe und ihre Krisen, um den Beginn und das Ende einer Beziehung. Und mag auch alles erfunden sein, so wirkt der Auftritt der beiden Performer, Tänzer, Choreografen doch sehr persönlich und intim. (…) Das Mitgeteilte färbt den Tanz, den sie im zweiten Teil zeigen. Wenn sie langsam übereinander steigen oder rollen, wenn sie im Einklang hüpfen, meint man zu sehen, wie gut sich diese Körper kennen. Raffiniert bedienen die zwei jungen Performer das Verlangen nach Authentizität. Frankfurter Rundschau 10.01.13

Liebe in der analogen Welt. Nackt wie Adam und Eva treten sie auf, kostümieren sich Kleidungsstück für Kleidungsstück als Mann und Frau und beginnen nebeneinander stehend über die Liebe in unsicheren Zeiten zu reden. In einem geschickt verzahnten, persönlich anmutenden Text, den sie vom Blatt lesen und der die Zuschauer über den tatsächlichen Status ihrer Beziehung im Unklaren lässt, denken sie über den Stellenwert von Beziehungen nach, über Möglichkeiten, diese zu leben, und Gründe, sie zu beenden. Aus der Geschichte wird allmählich ein Tanz, der zunächst immer abstrakter und unpersönlicher wird, bevor er (…) wirkungsvoll ins Melodramatische kippt. First Life – ein Melodram spielt geschickt mit theatralen Formen und Masken, hinter denen jedoch die ernste Suche immer durchscheint: nach etwas, das im ersten, nicht digitalen Leben, wirklich zählt. Theater heute 04/2013 “The future will be confusing”

Die erste Frage, die man den beiden Künstlern für gewöhnlich nach Auftritten stellt, ist die nach der privaten Zusammengehörigkeit. Das ist interessant – und motivierte die beiden Düsseldorfer Absolventen der Gießener Angewandten Theaterwissenschaft zu einer doppelbödigen Performance zwischen Tanz und Lecture. Der Zuschauer denkt Duo- Protagonisten auf der Bühne immer zusammen, aus ihrer Interaktion resultiert also auch eine gefühlte, gedachte, angestrebte, angezweifelte Zusammengehörigkeit der Darsteller in Sachen Emotion, Erotik, Privatheit und Verantwortung. Und Billinger/ Schulz geben dem Affen staubtrockenen Zucker. (…)
Das Vergnügen an dieser auf den ersten Blick nicht eben heiteren Aktion besteht aus der eigenen Bereitschaft, in die akribisch ausgelegten Fallen zu tappen. Selbst als die beiden offenherziger und emotionaler werden, glauben wir ihnen auch die finale „wahre“ Beziehungsgeschichte nicht mehr. Was wir aber sahen und hörten, ist eine tief berührende, melancholische Studie über Liebe, Beziehung und deren Anfälligkeit für Vergänglichkeit. Wenn die beiden dann wieder nackt die dramaturgische Klammer schließen, um einzeln abzugehen, spielt es keine Rolle mehr, ob sie zusammen sind oder waren. Die Möglichkeit einer Liebe ist bei aller Melancholie eine frohe Botschaft.Mannheimer Morgen 23.09.2013

Oder Billinger & Schulz, die in ihrer leisen Performance First Life – ein Melodram mit viel Feinsinn eine Paar-Biografie entwerfen und im gleichen Atemzug demontieren, für ein Publikum, das Spaß an dem Spiel mit Wiederholung und Differenz findet. Deutschlandradio 16.11.2013

Was sie darstellten, war eine alltägliche Liebesgeschichte. Und das war gut so und anrührend. Die Rheinpfalz 23.09.2013

Ein Glücksfall, denn ihre Tanzperformance „First life“ nimmt das im Tanz so beliebte Thema Beziehung ironisch aufs Korn. (…) Das Äußere wird zur Metapher der Innerlichkeit, die skurrile Nüchternheit des Umgangs zum Sinnbild für die unerfüllbare Sehnsucht nach Liebe. choices – Kultur. Kino. Köln. 17.05.2013

Das Protokoll wird löchrig, unwirklich und ist vielleicht nur fingiert. Die Anekdoten wiederholen und verändern sich. (…) Die räumliche Distanz zwischen den Körpern wird verringert in einer Choreographie des Übereinanderwälzens, in der sich die beiden Performer in einer Schleifenbewegung in Zeitlupe umschlingen und übereinander rollen. Doch obwohl sie sich umschlingen, scheinen sie immer noch merkwürdig separiert. Ihre Gesichter verziehen sich zu maskenhaften Grimassen der Freude (oder Häme?) und des Schmerzes (oder Schreckens?) und es fällt schwer, zwischen Anziehung und Abstoßen der Körper zu unterscheiden. Sie wirken in ihren Bewegungen wie von sich selbst isolierte Figuren eines Computerspiels. (…)
Beginn und Abschluss der Performance finden eine klare Setzung, eine Choreogaphie, die vielleicht das ermöglicht hat, was anfangs unmöglich schien und gescheiterten Beziehungen gesellschaftlich versagt wird: ein Anfang und ein Ende. lauttraum blog

14. Dezember 2012, Work in Progress, „Atelier“ 10 Jahre PACT Zollverein, Essen
08. Januar 2013, Premiere Künstlerhaus Mousonturm, Frankfurt/Main
09. Januar 2013, Künstlerhaus Mousonturm, Frankfurt/Main
08. / 09. März 2013, Wiederaufnahme Künstlerhaus Mousonturm
03. Mai 2013, tanz nrw, Alte Feuerwache Köln
20. / 22. September 2013, Festival Wunder der Prärie: laut geträumt, zeitraumexit Mannheim
15. November 2013, Forum Freies Theater Düsseldorf, Symposium “Public Bodies – Dramaturgien der Entblößung”
17. / 18. Januar 2014, Theater im Pumpenhaus Münster (Doppelabend mit ROMANTIC AFTERNOON *)
05. Juni 2014, German-Polish Unithea Festival „Lovers“, Frankfurt/Oder

Fotos: Florian Krauß

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