Diskurs

 

Aus dem Erbe der Avantgarden der 70er Jahre und im Spannungsfeld von Tanz, Theater und Bildender Kunst haben sich neue Formen der darstellenden Kunst entwickelt, die sich seit den 90er Jahren zunehmend ausdifferenzieren und sich am ehesten mit dem Begriff Freie Performance und Choreografie fassen lassen. Neue Aufführungsorte, Festivals und Ausbildungsprogramme wurden und werden im Rahmen dieser ästhetischen Bewegung gegründet (jüngstes Beispiel ist der Studiengang Master Choreografie und Performance) und Choreografie wird so immer stärker zu einem wesentlichen Motor des gesamten künstlerischen Feldes.

Arbeiten aus diesem Umfeld werden oftmals geprägt durch historisch- kritische und medienreflektierende Praktiken,  die weniger an der Entwicklung von Techniken und Institutionen (Ensembles, Gruppen, Häuser) interessiert sind, sondern die fortwährende Entwicklung von neuen Formen und Formaten  künstlerischen Arbeitens ins Zentrum stellen. Sie arbeiten prozessorientiert und im künstlerischem Erkenntnisinteresse,  so dass die Vermittlung an ZuschauerInnen wichtiger wird als die alleinige Konzentration auf ein künstlerisches Endprodukt.

Indem Performance und Choreografie in besonderer Weise Fragen der Repräsentation ausgesetzt sind, können die KünstlerInnen dieses Feld experimentell erforschen,  und arbeiten so an Fragestellungen, die gesamtgesellschaftlich von größter Relevanz sind.

Zu diesen Fragestellungen erarbeitet ID Frankfurt oftmals in Zusammenarbeit mit anderen Kulturinstitutionen Diskussionsreihen, Workshops, Vorträge und Tagungen.