ID

Was ist ID Frankfurt?

ID_Frankfurt e.V. (Independent Dance and Performance e.V.) ist eine gemeinnützige Assoziation freischaffender Künstler*innen, Theoretiker*innen und Vermittler*innen in Choreographie und Performance, die in Frankfurt am Main und Umgebung tätig sind.

Der Verband wurde 2009 zur Verbesserung der Arbeitssituation und zur Selbstorganisation der freischaffenden Tänzer*innen, Choreograph*innen, Performancekünstler*innen und Theaterschaffenden gegründet (Gründungsvorstand: Kristina Veit, Nina Vallon und Norbert Pape.) Die Aktivitäten von ID_Frankfurt werden von den Mitgliedern in kollaborativer und solidarischer Arbeitsweise entwickelt und getragen. Ein wechselnder ehrenamtlicher Vorstand begleitet und unterstützt diese Prozesse und sorgt für eine kontinuierliche kulturpolitische Arbeit. 

ID_Frankfurt hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Formate und Einrichtungen entwickelt, die aus der heutigen Landschaft der freien Szene in Frankfurt nicht mehr wegzudenken sind, und mit großem Engagement für ihre Verwirklichung gekämpft. Viel begann mit einem mobilen Tanzboden, der es erlaubte, unabhängig von den zugangsbeschränkten Institutionen aufzuführen und die ersten Festivals Tanzpanorama (2009–2010) und Rough Cuts (2011–2012) im Studierendenhaus und in der Plattform Sarai ermöglichte. 2012 konnte mit dem Z – Zentrum für Proben und Forschen nach langen kulturpolitischen Verhandlungen das erste unabhängige Probenzentrum für Tanz in Frankfurt  erwirkt werden. Es folgte die Gründung der Performance-Plattformen Implantieren (seit 2013), zunächst in der Naxos-Halle (2013) und dann an unterschiedlichen Orten in der gesamten Stadt (ab 2016). Daneben organisieren die Mitglieder immer wieder Treffpunkte und Workshops. Dabei leben alle bisherigen und noch neu zu erfindenden Formate, die die unabhängigen Tanz- und Performanceschaffenden in Frankfurt unterstützen sowie zum künstlerischen Experimentieren und Austauschen einladen, von den Ideen und dem weiteren Engagement der Mitglieder.  

ID_Frankfurt ist immer offen für neue Mitglieder aus der Tanz- und Performanceszene in Frankfurt am Main und Umgebung, die Interesse an einem solidarischem Austausch und kollaborativen Prozessen haben. Es werden regelmäßig offene Treffen angeboten. Interessierte können gerne Kontakt aufnehmen (https://id-frankfurt.com/kontakt/). Mehr Informationen zur Mitgliedschaft hier: https://id-frankfurt.com/mitgliedschaft/ 

Kooperationen bestehen unter anderem mit dem Museum für Angewandte Kunst Frankfurt, Cresc Biennale für Moderne Musik Frankfurt Rhein/Main, dem Frankfurt LAB, und dem Künstlerhaus Mousonturm. Zudem ist ID_Frankfurt Teil der „Frankfurter Erklärung der Vielen“.

 

 

Wofür braucht es einen solchen Verband?

Freie Performance- und Choreographiekünstler*innen arbeiten wesentlich interdisziplinär und in variierenden Arbeitskonstellationen. Sie arbeiten in Netzwerken und sind nicht exklusiv um charismatische Einzelkünstler*innen gruppiert. Und auch die künstlerischen Ergebnisse dieser Szene sind vielseitig: Tänzer*innen produzieren Ausstellungen und Installationen, bildende Künstler*innen verwenden theatrale Praktiken und Angewandte Theaterwissenschaftler*innen befinden sich schon durch die Ausrichtung ihres Studiengangs auf einem Grenzbereich zwischen Theater, Tanz, Performance und Wissenschaft.

In dem Maße wie freie darstellende Künste sich so auch von den stabilen Institutionen lösen, gewinnen sie an ästhetischer und inhaltlicher Reaktionskraft, begeben sich aber gleichzeitig selbst sozial in einen unsicheren Status.  Das betrifft nicht allein die individuelle finanzielle Situation der Künstler*innen, sondern vor allem auch die Frage nach Arbeitsräumen, Kollaborations-, Weiterbildungs- und Austauschmöglichkeiten, Möglichkeiten zum Anknüpfen an ein internationales Netzwerk und die Beständigkeit des sozialen Umfelds. Durch internationale Vernetzung und interdisziplinäre Arbeit werden jedoch die Arbeitsbedingungen immer vergleichbarer, Performancekünstler*innen, zeitgenössische Tänzer*innen und Choreograf*innen brauchen ähnlich ausgestattete Studioräume; Kulturwissenschaftler*innen arbeiten in enger räumlicher Nähe zu Künstler*innen und verbringen als Dramaturg*innen oder Expert*innen zunehmend auch selbst Zeit in den Studios. Aufgrund dieser Situation muss ein ausdifferenziertes Raumangebot als lokale Instrumente mit internationaler Ausstrahlung entwickelt werden, die zeitgenössische darstellende Künste fördern und auch angrenzende Disziplinen und Wissenschaften produktiv mit einschließen. Dafür können die eingeschränkten räumlichen Möglichkeiten des Z – Zentrum für Proben und Forschen nur ein erster Schritt sein, auf den ID_Frankfurt stetig aufbauen möchte.

 

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