IMPLANTIEREN FESTIVAL 2026

Soft Cities – We belong here!

21.-23.08.2026
Festivalzentrum: 2og:dondorf
Sophienstraße 1-3 60487 Frankfurt am Main


Implantieren ist ein biennal stattfindendes Performancefestival, das von ID_Frankfurt – Independent Dance and Performance e. V. organisiert wird und seit 2013 die Grenzen der Performancekunst auslotet.  Die diesjährige Festivalausgabe findet vom 21. bis zum 23. August 2026 in Frankfurt am Main und in Rüdesheim am Rhein statt. Unter dem Titel „Soft Cities – We belong here!“ stellt das Festival Fürsorge, Solidarität und Hoffnung in den Vordergrund und gibt marginalisierten und von Diskriminierung betroffenen Perspektiven Raum. Bei freiem Eintritt umfasst das Programm Performances, Installationen, Formate im öffentlichen Raum sowie Workshops für Kinder und Erwachsene und vernetzt die lokale Performanceszene mit Künstler*innen aus ganz Deutschland.


Implantieren 2026 „Soft Cities – We belong here!“ wird gefördert vom Kulturamt und dem Dezernat für Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt am Main, dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Kultur und Forschung, dem Kulturfonds Frankfurt RheinMain und der Naspa Stiftung. Das Festival findet statt in Kooperation mit Ort3 und Vision31, und im Rahmen der WDC 2026. WDC 2026 wird gefördert durch das Land Hessen, die Stadt Frankfurt am Main und den Kulturfonds Frankfurt RheinMain.

Kukily, Colectivo Artìstico Afrofeminista. Foto © Carla Guzmán


Programmhighligts


Everybody’s Danceoke (Tanzkaraoke für alle)

In „Everybody’s Danceoke (Tanzkaraoke für alle)“ versuche ich,
Olivia Hyunsin Kim, ein zugängliches Tanzkaraoke Format zu etabilieren. Im Zuge dessen würde ich mich freuen, wenn du möchtest mir bis zum 17.8.2026 deine Access Needs/
Barrieren mitzuteilen. Du kannst sie gerne an produktion.implantieren@idfrankfurt.com schicken. Als crip Künstlerin kann ich so besser planen.

When: 21. August, ab 21 Uhr im Festivalzentrum (im Anschluss an die Eröffnungsveranstaltung)


Koproduktionen

Auch in dieser Festivalausgabe entstehen zwei Performances, die im Rahmen von Implantieren uraufgeführt werden.

In „Le Silence“ – Nur ein Wort! öffnet die nahezu taubblinde Poetin und Performerin Sandra M. Niggemann einen künstlerischen Raum auf Augenhöhe. Sie bietet im Frankfurter Großstadtlärm einen Ort der Stille und Besinnung für eine innere Einkehr an. Dabei ist Stille ein individuelles und intimes Erlebnis. Nicht umsonst suchen Eremit*innen gezielt die Einsamkeit, um bewusst in die Stille einzutauchen. Während in der Stille die Welt leise wird, entscheidet sich der Mensch freiwillig in einem bewussten Akt, nichts zu sagen. In diesem Vakuum wirkt die Stille neben dem Schweigen in der Performance essenziell. Ohne weitere Spezifizierung ist es Aufgabe der Besucher*innen, am Ende in diesem synthetischen Nichts „Nur ein Wort!“ der taubblinden Künstlerin zu schenken.

ACHTUNG: Anmeldung erforderlich
21. August, 17-19 Uhr (10 einzelne Slots)
22. August, 17-19 Uhr
(10 einzelne Slots)
23. August, 11-13 Uhr
(10 einzelne Slots)
(Performance – Festivalzentrum)

Anmeldung


Negativ 1 ist eine Dauerperformance, die an drei aufeinanderfolgenden Tagen präsentiert wird, wobei jede Sitzung eine Stunde dauert. Auf einem schwarzen Stuhl sitzend liest Larry Bonchaka über ein Megafon die Namen unschuldiger Menschen vor, die durch Gewalt, Völkermord und Massengräuel ums Leben gekommen sind. Während jeder Name ausgesprochen wird, zeichnet ein Tätowierer einen kleinen roten Kreis auf Bonchakas rasierten Kopf und schafft so eine sich ansammelnde visuelle Aufzeichnung des Gedenkens und des Verlusts. Die sich wiederholende Handlung verwandelt den Körper in ein lebendiges Archiv und macht das Ausmaß menschlichen Leidens durch Ausdauer, Einschreibung und Klang sichtbar. Nach jeder Aufführung wird die Audioaufnahme weiterhin über die Tonanlage abgespielt, wodurch die Präsenz der Namen über die Live-Veranstaltung hinaus verlängert wird.

21. August, Bühnenbegehung: 18 Uhr – Aufführung mit Audiodeskription 19 Uhr
22. August, 19 Uhr
23. August, 14 Uhr

(Performance – Festivalzentrum)


 XTRÆNCESTRAL: El futuro es negro! (Performance)

El futuro es Negro! El futuro es Negro! El futuro es Negro! El futuro es Negro! Wir besetzen die Straßen, um einen Bruch in dem Zeit-Raum zu schaffen, in dem wir leben. Einen Bruch im Frankfurter Alltag. Wir Schwarzen, Menschen der afro-diasporischen Gemeinschaft und Afrikaner*innen, verbunden durch unsere gemeinsame Geschichte und unsere gemeinsamen Träume von einer Zukunft, sind mit einer wichtigen Botschaft gekommen: Die Zukunft ist sehr schwarz. Wir sind in der Zukunft; unser Volk, unsere Kulturen, Sprachen und Bräuche sind in der Zukunft. Wir erinnern uns an eine Zukunft, die bereits war. Begleitet uns bei diesem performativen Umzug, während wir gemeinsam ehren, gedenken und uns vorstellen.

Bei der Aufführung wird eine Audiodeskription angeboten.

22. August, 15 Uhr (Performance – Treffpunkt TBA)

Anmeldung


Gastspiele

MA35 and Friends ist eine performative Bustour, die das Publikum zu Orten führt, an denen Fragen von Migration, Zugehörigkeit und staatlicher Kontrolle verhandelt werden. Persönliche Erfahrungen, historische Bezüge, Audio-Performances und ironische Erzählformen verbinden sich zu einer kritischen Auseinandersetzung mit Bürokratie und Ausgrenzung. Die Stadt wird dabei zur Bühne, auf der verborgene Geschichten sichtbar werden und neue Perspektiven auf gesellschaftliches Zusammenleben entstehen.

ACHTUNG: Anmeldung erforderlich. 
23. August, 13 Uhr (Treffpunkt: Klapperfeld, Klapperfeldstraße 5 60313 Frankfurt)  Bei der Aufführung wird eine Audiodeskription angeboten.      


local dancing lädt ein, gemeinsam lokale Tänze zu tanzen – zum Vergnügen und von Live-Keyboardmusik begleitet. Da sind zum Beispiel der 5-5-5-5-5 Tanz, der Summertime Sadness Tanz, der Fairydance, der Prozessionstanz. Mit Hilfe von Queerer-Überlieferung und eigens erfundener Instant-Tradition imaginiert local dancing populäre Gruppentänze, die durch die Zeit gereist sein mögen und nun nicht-binär und unpaarig in Erscheinung treten. Ohne nationale Bindung, täuschen die Tänze vor, lokal zu sein, wo auch immer sie sind. Sie geben uns Anlass, zusammenzukommen und in der Wiederholung und Routine einer zirkulären Choreografie gehalten zu werden.

21. August, 16 Uhr (Performance – WDC-Pavillon im Rheingau, Rheinstraße 2 65385 Rüdesheim am Rhein)


Installation

Die Installation „Bälleparadies // Ich hasse Tennis“ von Okezi Iteire ist eine Konzeptarbeit aus Text, Audio und  Foto, die umgeben von Bällebad Bällen sind. Die Kombination, aus spielerisch hängenden Bällen, neben einem persönlichem Text der auch als Audiodatei von der Künstlerin eingelesen wurde, soll eine persönliche, sanfte Atmosphäre schaffen, in der sich mit Themen wie Angst, chronischer Krankheit und Schmerz beschäftigt werden kann. Dieses Zusammenspiel soll den Ansatz des Textes unterstreichen, und vor allem auch die benötigte Sanftheit zum eigenen Körper subtil unterstreichen.

Führungen durch die Ausstellung mit Audiodeskription:

21. August, 17 Uhr

23. August, 15 Uhr

(Installation/Ausstellung – Festivalzentrum)


Workshops

XTRÆNCESTRAL: El futuro es negro! ist ein Workshop und eine Performance von Kukily Kollektiv. Kukily entwickelt ein eigenes Improvisationsformat, das auf seiner XTRÆNCESTRAL-Philosophie basiert. Der Ansatz entspringt dem Prozess, eine Figur durch eine Verbindung zur ahnenschaftlichen Erinnerung zu erschaffen und zu erforschen, wie diese Erinnerung durch den Körper und die Interaktion mit anderen zum Ausdruck gebracht werden kann. Durch Übungen, die für alle zugänglich sind – keine Vorerfahrung oder künstlerischer Hintergrund erforderlich – werden Bewegungspraktiken und Improvisation , Komposition von Gesten und Erschaffung vielfältiger kollektiver Erzählungen erkundet, die in antirassistischer und dekolonialer Ästhetik und Denken verankert sind, entlang der Fragen: Wie sieht die Zukunft aus der Perspektive der Schwarzen und afrodiasporischen Erinnerung aus? Welche Möglichkeiten entstehen, wenn wir gemeinsam durch den Körper, unsere alltäglichen Praktiken und unsere künstlerischen Praktiken träumen? Was sind unsere Praktiken des Widerstands? Der Workshop mündet in eine einstündige kollektive Performance im öffentlichen Raum. Das Besuchen des Workshops ist für die Teilnahme an der Performance erforderlich. Im Anschluss wird gemeinsam gegessen.

Beim Workshop wird eine Audiodeskription angeboten.

22. August, 12 Uhr (Workshop – im Festivalzentrum)

Anmeldung


Bharatanatyam setzt sich zusammen aus „Bha“ für Bhava (emotionaler Ausdruck), „Ra“ für Raga (Melodie), „Ta“ für Tala (Rhythmus) und „Natyam“ (Tanzkunst). Es ist einer der vier klassischen Tanzstile Indiens und entwickelte sich aus rituellen Tempeltänzen als Opfergaben an hinduistische Gottheiten sowie aus einer höfischen Form, getanzt von Solotänzerinnen. Die zentralen Haltungen verlangen einen aufrechten Oberkörper, halb gebeugte, nach außen geöffnete Knie und Füße in Fächerform. Nahezu jeder Körperteil hat seine eigene, unverwechselbare Bewegung. Mudras (Handgesten), Abhinaya (Mimik) und Padams (erzählende Tänze) bilden die Grundlage der Aufführung.

Im Workshop werden Schülerinnen die Tanzform präsentieren. Anschließend sind alle Interessierten – unabhängig vom Alter – herzlich eingeladen, selbst mitzumachen.

22. August, 12 Uhr (Workshop  – Festivalzentrum)


Let’s Confuse The Algorithm

URBAN PRIVACY ist ein Leipziger Label für Counter-Surveillance-Fashion und entwickelt Kleidung gegen biometrische Erfassung und unerlaubte Datensammlung. 
Zum Mitmachen lädt ein interaktiver Stand: Eine installierte Überwachungskamera mit Gesichtserkennung macht erlebbar, wann das System das Gesicht erkennt – und wann nicht. Reicht schon eine Sonnenbrille, um den Algorithmus auszutricksen? Oder hilft hier bestimmtes Make-up? Erkennt es überhaupt jedes Gesicht gleich? 
Besucher:innen können das direkt vor Ort überprüfen – und dabei Pieces aus der Kollektion anprobieren. Der Stand versteht sich als Raum des Lernens über Kontrolle und Privatsphäre im digitalen Raum.

Interaktiver Stand und Verkauf:

22. August 2026, 11-21 Uhr im Festivalzentrum.


Künstlerische Leitung und Kuration des IMPLANTIEREN Festivals 2026 bis Ende Juni 2026: Shivā Amiri

Künstlerische Co-Leitung und Co-Kuration: Tümay Kılınçel

Produktionsleitung und Projektkoordination: Micaela Leon, Olivia Hotz, Gal Fefferman, Valentin Leuschel

Öffentlichkeitsarbeit: Chiara Marcassa

Mitarbeit Koordination: Cat Patiño, Vicky Truong

Mittelakquise: Mareike Uhl

Social Media Beratung: Thủy-Tiên Nguyễn

Website: Viet Duc Pham

Graphic Design: Joe Brückner

Koordination und Kommunikation für Barrierefreiheit und Inklusion, Vermittlung, Unterstützung der Kuration: Elnaz Farahbakhsh

Illiustration: Ari Liloan

Gestaltung Poster: Jonas Bornhorst

Social Media und Dokumentation: Nina Nadig